Ein Samstag der es in sich hatte

Das Gelände der Paderborner Mülldeponie „Alte Schanze“ war für einen Samstag Übungs- und Ausbildungsort für den THW Ortsverband Paderborn.

Eine Zuwegung zu einem vorhandenen Teich sollte gebaut werden, der es in Zukunft ermöglicht, im Brandfall Löschwasser zu entnehmen.

Die Helfer der Bergungsgruppen hatten vormittags damit begonnen, die ausgewählte Trasse von Bäumen, Sträuchern und Büschen zu befreien. Bereits zwei Wochen zuvor waren sie mit dieser Arbeit angefangen und hatten jetzt lediglich noch den Bereich am Ufer zu roden. Trotz angenehmer Temperaturen eine schweißtreibende Arbeit, da das Grünzeug von Hand die Uferböschung hinauftransportiert werden musste.

Als nach Mittag schließlich der Radlader zum Einsatz kam, gingen die Arbeiten noch zügiger voran. Wurzelwerk wurde entfernt, ein Erdwall durchbrochen und das Gefälle zum Teich hin abgeflacht. Dies soll später die Erreichbarkeit des Teiches erleichtern.

Die Bergungsgruppen hatten am frühen Nachmittag ihre Arbeiten erledigt und wurden dann auf die anrückenden Fachgruppen aufgeteilt zu deren personellen Unterstützung.

So hatte die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FG W/P) die Aufgabe, einen Teil des Teiches abzutrennen und eine Grundwassersenkung vorzunehmen. Außerdem sollte sie oberhalb des Wassers, auf Höhe der Ein- und Ausfahrt zur Deponie, eine Löschwasserentnahmestelle aufbauen. Die Fachgruppe Elektro (FG E) sorgte derweil für die Stromversorgung der Pumpen und des Einsatzortes.

Während beide Fachgruppen ihre Vorbereitungen trafen, hatte die bereits vormittags eingerichtete Führungsstelle einen vermissten Helfer gemeldet bekommen. Die Bergungsgruppen wurden sofort zur Suche des Kollegen abgestellt. Niemandem war zuvor das „Verschwinden“ aufgefallen. Die Flächensuche am Ufer des Teiches und später auf dem angrenzenden Bauschuttgelände der Deponie verlief zügig und schließlich auch erfolgreich.

Der Helfer konnte auf einem Schuttberg geborgen und vom Sanitätshelfer versorgt werden. Die Führungsstelle hatte sich diese kleine Übung ausgedacht, damit den Helfern der Bergungsgruppen nicht langweilig wurde.

Während des gesamten Tages liefen die Meldungen über Funk bei der Führungsstelle auf. Anrückende Einheiten meldeten sich offiziell an, der Einsatzort wurde ordentlich abgesichert und sogar der Verpflegungstrupp kam zum Einsatz.

Bis zum frühen Abend waren die Arbeiten an der Zuwegung planmäßig abgeschlossen, obwohl sich der Radlader zwischenzeitlich einmal festgefahren hatte und herausgezogen werden musste. Zuletzt wurde sogar noch Schotter auf den Lehmboden aufgebracht. Hier werden später die Planierarbeiten seitens der Angestellten der Abfallentsorgungsgesellschaft vorgenommen werden.

Auch die Fachgruppe W/P leistete erfolgreich ihre Aufgaben ab. Nach der Abtrennung eines Teil des Teiches, hier gingen dann noch zwei Helfer unfreiwillig baden, konnte der Wasserspiegel gesenkt werden. Auch die Entnahmestelle war am Ende einsatzbereit.

Außerdem wird sich dank der geschaffenen Trasse auch für die W/P ein neues Übungsgelände erschließen. Von Seiten der Betreiber der Deponie besteht hier jetzt regelmäßig die Möglichkeit, Ausbildung in und am Wasser vorzunehmen.